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Kein Steuergeld für Umgehungsstraße verbrennen

Kein Steuergeld für Umgehungsstraße verbrennen

Statement zum Artikel „Ortsumgehung wohl doppelt so teuer“ vom 22.08.2026 (Süderländer Volksfreund)

 

Wir sehen die Diskussion um eine mögliche Umgehungsstraße für Neuenrade mit Sorge. Dabei darf aus unserer Sicht nicht außer Acht gelassen werden, welche zusätzlichen Flächen durch eine solche Trasse in Anspruch genommen würden – insbesondere vor dem Hintergrund der bereits vorgesehenen Flächen für Windkraftanlagen im Bereich Affeln. Der Regionalplan sieht bereits eine
enorme Anzahl für Affeln vor. Zusätzlich große Flächen für eine Umgehungsstraße zu opfern, halten wir vor diesem Hintergrund nicht für erstrebenswert. Hinzu kommen die enormen Kosten eines solchen Projekts. Die ursprünglich genannten Kosten von
rund 20 Millionen Euro haben sich mittlerweile auf etwa 40 Millionen Euro verdoppelt. Zwar würde die
Finanzierung über das Land erfolgen, letztlich handelt es sich aber auch dabei um Steuergelder. Unsere Wälder werden durch Straßen, Windkraftanlagen und weitere Infrastruktur zunehmend zerschnitten. Diese Entwicklung bringt bereits heute erhebliche Herausforderungen für Natur und
Landschaft mit sich. Die Folgen für zusammenhängende Waldflächen, ökologische Strukturen und damit auch für unsere Naherholungsgebiete, welche auch touristisch genutzt werden, dürfen bei der
Verkehrsplanung deshalb nicht ausgeblendet werden. Gleichzeitig stellt sich für uns die Frage, ob eine großflächige neue Verkehrstrasse tatsächlich der richtige Weg ist, um die Verkehrs- und Lärmsituation
in Neuenrade nachhaltig zu verbessern. Wir sehen insbesondere in der fortschreitenden
Elektrifizierung des Straßenverkehrs eine Chance, die Lärmbelastung langfristig zu reduzieren. Auch Verkehrsmaßnahmen innerhalb des bestehenden Straßennetzes sollten stärker in den Blick genommen werden. Neue Kreisverkehre und eine gezielte Optimierung des Verkehrsflusses können dazu beitragen, die Verkehrssituation zu verbessern, ohne dafür neue große Flächen versiegeln und unsere Landschaft weiter zerschneiden zu müssen. Für uns ist deshalb klar: Wir wollen eine gute Verkehrsinfrastruktur und eine Entlastung der Menschen in Neuenrade. Gleichzeitig wollen wir unsere Wälder und unsere Landschaft erhalten. Beides muss zusammen gedacht werden. Bevor wir neue und großflächige Verkehrswege durch unsere Landschaft
führen, sollten deshalb zunächst alle Möglichkeiten innerhalb des bestehenden Verkehrsnetzes konsequent geprüft und weiterentwickelt werden.